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10.11.2020

Aktuellste Wundinfektionsraten im Langzeitvergleich

Im Auftrag des ANQ ermittelt Swissnoso jährlich die Wundinfektionsraten nach zwölf chirurgischen Eingriffen. Die neusten Zahlen bestätigen die positive Entwicklung seit 2011. Erstmals ist ein Langzeittrend zu einer tieferen Rate nach Wirbelsäulenchirurgie ohne Implantat auszumachen. Damit sinken die Infektionsraten bei neun erfassten Operationen anhaltend. Die Rate nach Enddarmoperation verändert sich kaum, während diejenige nach Kaiserschnitt neu zulegt.

Für den neusten Trend-Radar wertete Swissnoso in der Messperiode 2018/19 rund 59 000 Fälle aus 166 Spitälern und Kliniken (Standorte) aus. Im Vergleich zur Vorperiode 2017/18 zeigen sich eine tiefere Wundinfektionsrate nach Herzchirurgie und eine höhere nach Kaiserschnitt.

Entwicklung der Raten seit 2011

Zu den Eingriffsarten mit signifikant rückläufigen Wundinfektionsraten zählen: Blinddarmentfernung, Leistenbruchoperation, Magenbypassoperation (Adipositaschirurgie), Dickdarmchirurgie, Herzchirurgie (alle Eingriffe und aorto-koronarer Bypass/CAB), elektive Hüftgelenksprothese, Wirbelsäulenchirurgie mit und ohne Implantat.

Die Infektionsrate nach Enddarmoperation sinkt zum zweiten Mal in Folge. Dieser Rückgang ist jedoch statistisch bislang nicht erhärtet. Zumindest zeichnet sich hier eine Stabilisierung ab.

Verändert haben sich seit 2011 auch bestimmte Risikofaktoren der Patientinnen und Patienten. Das könnte bedeuten, dass die Operierten vor einigen Eingriffen zunehmend mehr Begleiterkrankungen aufweisen.

Antibiotikagabe erneut verbessert

Zum zweiten Mal weist der ANQ transparent den Prozentanteil der Operierten aus, die ihre Antibiotika­prophylaxe innerhalb einer Stunde vor Hautschnitt und damit zeitlich korrekt erhielten. Verglichen mit der Vorperiode stieg dieser Anteil bei sechs Eingriffsarten deutlich, bei einer sank er. Die Beobachtung der zeitgerechten Antibiotikagabe ist zentral, um Wundinfektionen vorzubeugen: Erhalten die Patientinnen und Patienten die medikamentöse Prävention rechtzeitig vor der Operation, reduziert sich auch die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion nach dem Eingriff.

Erfassungsqualität steigt

Swissnoso prüft seit 2012 direkt in den Spitälern und Kliniken, ob diese ihre Fälle korrekt erfassen. Die sogenannte Validierung dient dazu, die Datenqualität zu sichern und zu steigern. Zwischen der ersten und der zweiten Überprüfung nahm die Erfassungsqualität in 70 Prozent der besuchten Institutionen deutlich zu. Zwei Drittel der Spitäler und Kliniken wurden bis Mitte Mai 2020 bereits zum dritten Mal besucht. Im Vergleich zur zweiten Validierungsrunde verbesserten sich bislang rund 54 Prozent der überprüften Spitäler und Kliniken. Bei einigen Institutionen ist der Erfassungsprozess aber immer noch unzureichend und sie sind aufgefordert, diesen zu optimieren.

Wundinfektionen und ihre Folgen

Langfristig betrachtet entwickeln sich die Zahlen mehrheitlich positiv. Wichtig für die Zukunft ist, dass die Institutionen am Ball bleiben. Denn jede Infektion ist eine zu viel, weil sie erhebliche Folgen haben kann. So führten die in der Messperiode 2018/19 festgestellten Infektionen bei jedem zweiten Fall zu einem erneuten Eingriff. Und mehr als ein Drittel der Operierten mit Wundinfektionen musste deswegen nochmals hospitalisiert werden.

Für Spital-/Klinikranglisten ungeeignet

Aus den ANQ-Messergebnissen lassen sich keine seriösen Ranglisten ableiten. Jedes Ergebnis bildet nur einen Qualitätsaspekt ab und sagt nichts über die Gesamtqualität eines Spitals/einer Klinik aus. Aus den Ergebnissen mehrerer ANQ-Messungen erstellte Rankings sind ebenfalls nicht vertretbar.

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